Die Überschrift „Zulassen und Gestalten“ bildet eine Verdichtung von allen Themen, die hier auf diesem Blog landen werden. Du fragst dich vielleicht, warum genau diese beiden Begriffe? Ich möchte es dir erklären: 
Leben passiert. Wir haben so viel nicht in der Hand. Von den kleinen Dingen im Alltag – regnet es heute auf dem Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad, das Paket wurde nicht geliefert, obwohl es als zugestellt in der Email markiert wurde, ob mir Menschen heute zugewandt sind oder nicht – bis hin zu den großen weltpolitischen Geschehnissen, Kriegen, Krankheiten, Klimakrisen. Auch schöne Ereignisse haben wir nicht in der Hand – spontane Begegnungen, mit denen man nicht gerechnet hat. Türen für einen neuen Job gehen plötzlich auf. Die meisten Dinge sind nicht planbar, sie passieren und wir lassen es zu. Was wir aber beeinflussen können, ist die Art und Weise, wie wir reagieren. Hier kommt das Gestalten ins Spiel. Zwischen Reiz und Reaktion ist ein Raum – ein Gestaltungs-(spiel)raum. Ich wähle bewusst den Begriff „Gestalten“, weil er für mich eine kreative, schöpferische und ermöglichende Handlung beschreibt. Da, wo wir uns von ungewissen und unsicheren Situationen oder Geschehnissen in einer passiven Rolle vorfinden, sind wir beim Gestalten in einer aktiven, beeinflussenden Rolle und Position. 
Oft wünschen wir uns doch nur „Gestalter“ zu sein, unser Leben in der Hand zu haben, zu kontrollieren, was passiert und wie wir unser Leben leben wollen. Wir möchten aktiv sein und nicht passiv. Aber wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, hat uns das Leben bereits gelehrt, dass es schlichtweg nicht geht, unser Leben zu kontrollieren – und Plot Twist – wir es auch nicht müssen. Die Enttäuschung, Wut oder Trauer über die Erkenntnis, dass wir dachten, unser Leben im Griff zu haben, um dann nach einer Kündigung, Diagnose oder einer Trennung festzustellen, dass wir es doch nicht haben, tut einfach nur weh. Unsere Seele schmerzt. Insbesondere durch die Bücher und Texte des Physikers und Geigenbauers Martin Schleske, habe ich meine eigene Seele und ihre Bedürfnisse besser kennengelernt. Unsere Seele, der Sitz unserer Gefühle, braucht Ermutigung und eine sanfte Führung. Sie braucht eine Anlehnung an etwas oder jemanden, der ihr Sicherheit und Schutz verspricht. Sie muss Vertrauen dürfen. Daher ist es sogar heilsamer, wenn ich nicht kontrollieren, festhalten und planen muss, sondern vertrauen darf. Martin Schleske schreibt: „Vertrauen ist ein geistlicher Zustand, der das Recht hat, Dinge zu ermöglichen. Wir können unserer Seele nicht befehlen, weniger ängstlich zu sein oder mehr dankbar zu sein. Sie kann nicht gezwungen, sondern nur ermutigt werden. Vertrauen bedeutet, der eigenen Seele zu zeigen, worauf sie schauen soll. Vertrauen hält das Gute für möglich. Es hat eine göttliche, gestaltende Kraft. Wenn wir aus Vertrauen leben, erzwingen wir nichts, sondern wir ermöglichen uns. Unsere Seel spürt die Freundlichkeit und atmet auf (nach M. Schleske, S.493 Werkzeuge). 
Das Konzept des Vertrauens als Grundlage für die Lebensgestaltung „Zulassen & Gestalten“ geht nur auf, wenn es jemanden gibt, dem ich 100% vertrauen und ihm mein Leben an-vertrauen kann. Auf wen oder was kann unsere Seele also vertrauen und schauen, wonach soll sie sich ausrichten? Wir dürfen unserer Seele zeigen, dass sie auf die Souveränität, liebevolle Führung und Güte Gottes schauen darf. Dem Gott der Bibel kann ich vertrauen, weil sein Wesen Treue, Liebe, Gnade, Gerechtigkeit und Wahrheit ist und weil sich seine Liebe und Barmherzigkeit in meinem Leben auf vielfältige Art und Weise gezeigt hat. Auf der Suche nach dem guten und erfüllenden Leben bin ich persönlich beim christlichen Glauben und der Freiheit durch Jesus hängengeblieben und bis heute nicht weggekommen, weil es sich für mich als wahrhaftig erwiesen hat. 
Wenn du also auch auf der Suche nach einem guten und erfüllenden Leben bist und dich in dem Spannungsfeld zwischen Zulassen – Gestalten, Kontrolle – Loslassen, Passivität – Aktivität wiederfindest, lade ich dich herzlich ein, in diesem Blog in meine Erfahrungen, Gedanken, Antworten und Fragen einzutauchen. Wer weiß, welche Schätze wir dabei alles finden werden. 
Quellen: 
Foto von cottonbro studio von Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/person-hande-topfer-keramik-6692601/[03.01.2026]
Schleske, M. (2022). WerkZeuge: In Resonanz mit Gott | 365 Fragmente (S. 493). Bene! Verlag. ISBN 978-3-96340-240-1.

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